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Nachhaltigkeit in der Logistik: Definition und geeignete Maßnahmen für Unternehmen


5 Min. Lesezeit  ·     28. Juni 2024  ·    Holger Niemann, Head of Logistics Consulting & Freight Auditing

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Nachhaltigkeit in der Logistik wird immer wichtiger. Logistikprozesse und Supply Chains erleben dabei eine tiefgreifende Transformation, die für so gut wie jedes Unternehmen eine große Herausforderung darstellt. – Wir klären, was Nachhaltigkeit genau bedeutet und wie Sie Ihre Logistik nachhaltiger gestalten.


Das Wichtigste im Überblick / Inhalt:

  • Nachhaltigkeit erstreckt sich auf soziale, ökologische und ökonomische Dimensionen
  • Für die Logistik hat sie besondere Bedeutung, nicht zuletzt wirtschaftlich
  • Die Ansatzpunkte reichen vom Transport- bis zum Retourenmanagement
  • Finden Sie Ihren Weg mit kompetenten Partnern

Was heißt Nachhaltigkeit in der Logistik?

Nachhaltigkeit bedeutet, heutige Bedürfnisse zu befriedigen, „ohne zukünftigen Generationen die Lebens­grundlage zu entziehen“ (Gabler Wirtschafts­lexikon). Es handelt sich damit vor allem um ein Prinzip, dass den Umgang mit Ressourcen bestimmen soll, in sozialer, ökologischer und ökonomischer Dimension.

Die Logistik als ein großer und ressourcen­intensiver Wirtschafts­sektor spielt beim Thema Nachhaltigkeit eine enorme Rolle. Es geht also auch hier wie in anderen Bereichen darum, die Balance zwischen sozialen, ökologischen und ökonomischen Zielen zu finden.

1. Soziale Nachhaltigkeit
Soziale Nachhaltigkeit bezieht sich auf die Förderung des Wohl­ergehens der Mitarbei­ter:innen, Kund:innen und Gemeinschaften, in denen ein Unternehmen tätig ist. Darunter zählen beispielsweise Arbeits­bedingungen wie faire Löhne, sichere Arbeitsplätze und angemessene Arbeitszeiten als grundlegende Anforderungen. Auch das Sicherstellen der Einhaltung von Menschenrechten in Lieferketten spielt dabei eine Rolle in der Logistik.

2. Ökologische Nachhaltigkeit
Ökologische Nachhaltigkeit zielt darauf ab, die Umwelt­belastung zu minimieren und natürliche Ressourcen zu schonen. Hier ist ein wichtiger Aspekt die CO2-Reduktion bzw. die Dekarbonisierung der Logistik, also die Verringerung der Treibhaus­gas­emissionen, beispielsweise durch alternative Kraftstoffe und eine effiziente Transportplanung.

Außerdem können Ressourcen durch das Optimieren der Verpackung und Einsatz umwelt­freundlicher Materialien geschont werden. Recycling und Reduzierung von Abfall sind hierbei im gesamten Logistikprozess von entschei­dender Bedeutung.

3. Ökonomische Nachhaltigkeit
Ökonomische Nachhaltigkeit bedeutet, langfristig wirt­schaft­lich erfolgreich zu sein, ohne die sozialen und ökologischen Ziele zu vernach­lässigen. Effizienz und nachhaltige Geschäftsmodelle sind das Stichwort.

Die Effizienzsteigerung erfolgt durch die Optimierung der Lieferketten, um Kosten zu reduzieren und den Ressourcen­verbrauch zu senken. Neue Innovationen, Entwicklungen neuer Technologien und Geschäftsmodelle helfen Unternehmen hierbei.

Ein Risikomanagement kann helfen Risiken, die durch Nachhaltigkeits­faktoren entstehen, zu identifi­zieren und zu minimieren.

Warum ist Nachhaltigkeit in der Logistik so wichtig?

Nachhaltigkeit in der Logistik ist wichtig, um die Umwelt zu schützen, Ressourcen effizient zu nutzen, gesetzliche Anforderungen zu erfüllen, Wettbewerbs­vorteile zu erlangen und soziale Verantwortung zu übernehmen. Eine nachhaltige Logistik – auch immer öfter „Green Logistics“ (Grüne Logistik) genannt – ist im Sinne aller und Unternehmen profitieren, wenn sie die Transformation aktiv angehen.

Reduzierung von Umweltauswirkungen
Die Logistik ist verantwortlich für einen erheblichen Anteil der weltweiten Treibhaus­gas­emissionen. Durch die Umstellung auf nachhaltigere Systeme können Unternehmen ihre Emissionen erheblich reduzieren. Außerdem bedeutet eine nachhaltige Logistik, Konzepte der Kreislauf­wirtschaft zu unterstützen, die Lieferkette auf eine nachhaltige Beschaffung auszurichten und auf Energie­effizienz hinzuwirken.

Soziale Verantwortung
Logistikunter­neh­men beschäftigen Millionen von Menschen weltweit. Faire Arbeits­bedingungen und die Einhaltung von Menschenrechten entlang der Lieferkette sind unerlässlich. Darüber hinaus haben Unternehmen eine gesell­schaftliche Verantwortung, zur Reduktion der Umweltbelastung beizutragen und eine nachhaltige Zukunft zu fördern.

Wirtschaftliche Vorteile
Nachhaltigkeit führt auch zu wirtschaft­lichen Vorteilen. Effizientere Lieferketten und optimierte Prozesse reduzieren Kosten in allen Bereichen. Außerdem stärkt ein positiver Ruf in Sachen Nachhaltigkeit die Marke, da der Aspekt der Nachhaltigkeit immer mehr Aufmerksamkeit erlangt.

Nachhaltigkeit in der Logistik: Hier sollten Sie ansetzen

1. Transport und Distribution
Der Transportsektor ist einer der größten Verursacher von Treibhausgasen. Zum Glück bewegt sich inzwischen viel in diesem Bereich für mehr Nachhaltigkeit in der Logistik.

Alternative Kraftstoffe wie Biokraftstoffe, Wasserstoff oder Elektro­mobilität reduzieren einerseits Emissionen. Andererseits spielen viele weitere Faktoren wie die Frachtbündelung durch effizientere Tourenplanung und Ladungs­optimierung eine Rolle für das Sinken des Kraftstoff­verbrauchs.

Unter multimodalem bzw. intermodalen Transport versteht man die Kombination verschiedener Verkehrsträger wie Schiene und Schiff, was CO2-Emissionen ebenfalls senken kann. Dies erfordert den Ausbau der entsprechenden Infrastruktur und eine bessere Koordination der Transportwege.

2. Lagerhaltung und Warenumschlag
Lagerhäuser und Umschlagplätze lassen sich durch energie­effiziente Maßnahmen umweltfreundlicher gestalten. Energie­effiziente Gebäude nutzen LED-Beleuchtung, optimierte Isolierung und erneuerbare Energiequellen. Dächer von Lagerhallen bieten sich häufig als Fläche für Solaranlagen an.

Die Automatisierung von Lagersystemen kann sowohl Platz als auch Energie sparen. Auch in Lagerhäusern sollte die Verwendung von Mehrweg­ver­packungen und Recycling mehr Bedeutung zugeschrieben werden.

3. Lieferkettenmanagement
Eine nachhaltige Lieferkette berücksichtigt soziale und ökologische Aspekte entlang der gesamten Wert­schöpfungs­kette. Die Auswahl von Lieferanten, die sich zu umwelt­freundlichen und sozialen Standards verpflichten, zählt beispielsweise zu einer nachhaltigen Beschaffung.

Die Zusammenarbeit zwischen Anbieter, Lieferanten und Verbraucher muss gefördert werden, um gemeinsam Nachhaltigkeits­ziele zu erreichen. Vor allem die Transparenz zur Nachver­folgung von Produkten und Materialien wird hierbei immer wichtiger für Kunden.

4. Retourenmanagement
Die Rücksendung von Waren, insbesondere im Online-Handel, verursacht erhebliche ökologische und ökonomische Kosten. Dabei können verbesserte Produkt­beschreibungen und Qualitäts­kontrollen Rücksen­dungen reduzieren.

Produkte, die dann trotzdem zurückgegeben werden, sollten nicht weggeworfen und verbrannt, sondern wieder­verwendet oder recycelt werden. Unter Reverse-Logistics versteht man die effiziente Rückführung von Produkten und Verpackungen zur Wieder­verwertung.

5. Digitale Transformation
Der Einsatz von digitalen Technologien und Datenanalysen kann zur Effizienz­steigerung und Umwelt­freund­lichkeit beitragen. Das Thema zieht sich quer durch alle zuvor genannten Bereiche, vom Lager­verwaltungs­system bis zum Transport­management­system.

Intelligente Softwarelö­sun­gen leisten einen wesentlichen Beitrag auf dem Weg zu einer nachhaltigen Logistik, indem sie Transparenz schaffen, Erkenntnisse liefern und Prozesse optimieren. Zum Beispiel sorgt eine digitale Tourenplanung für kosten­effizientere und ressourcen­schonendere Transporte.

Städtler Logistik als Partner für nachhaltige Logistik

Dass Nachhaltigkeit in der Logistik eine große Aufgabe ist, wäre stark untertrieben. Letztlich geht es um nicht weniger, als Logistik­strategien, -systeme, -strukturen und -prozesse umfassend neu zu bestimmen. Dabei stoßen Unternehmen immer wieder auf ähnliche Herausfor­derungen und Probleme, von einer unklaren Strategie bis zu Schwierigkeiten, (die richtigen) Daten zu erheben.

Als Softwarehersteller und Logistik­bera­tung mit über 60 Jahren Erfahrung verfügen wir über eine breite wie tiefe Expertise in allen Feldern der Logistik, insbesondere für Versender. Flankiert von unseren digitalen Lösungen, machen wir unsere Kunden nachhaltiger und wettbewerbs­fähiger.

Wie wir Sie unterstützen auf Ihrem Weg zu einer nachhaltigen Logistik:

  • Transportmanagement: Wir unterstützen Versender und transpor­tie­rende Unternehmen mit führenden Software­systemen wie unserem TMS LP2 und beraten in allen Fragen der Transport­logistik.
  • Lageroptimierung: Von der Layoutplanung bis zur Auswahl des passenden WMS – Wir helfen Ihnen, Ihr Lager und Ihre Lagerprozesse zu optimieren.
  • Logistikberatung: Neben der Lageroptimie­rung beraten unsere Expert:innen auch in Fragen zu Logistik­strukturen, bei Ausschreibungen, in der Distributions­logistik, beim Outsourcing und zu Frachtkosten und Tarifen.
  • Frachtenrevision: Ein spezieller Service in unserem Angebot ist die Frachtenrevision. Durch eine voll­ständige tarifliche und sachliche Überprüfung von Fracht­rechnungen helfen wir unseren Kunden, Kosten zu senken.
  • Digitale Tools: Wir bieten nicht nur eigene Software­lö­sun­gen an, sondern beraten auch professio­nell bei der Auswahl von geeigneten Systemen für Ihre Logistik.

Von der Bestandsaufnahme zum Ziel

Unternehmen, die sich in Richtung Nachhaltigkeit bewegen möchten, sollten mit einer Bestands­aufnahme ihrer aktuellen Praktiken starten und klare Ziele für Verbesse­rungen setzen. Der Weg zu mehr Nachhaltigkeit in der Logistik beginnt heute. Wobei: Den einen Weg gibt es nicht. Als Partner mit Erfahrung und bewährten Lösungen stehen wir Ihnen zur Seite und finden gemeinsam mit Ihnen die richtigen Schritte für eine nachhaltige Logistik in Ihrem Unternehmen.


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